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Ein Rückblick auf 100 Jahre Feuerwehr Grafeld

 
Nachforschungen in der Schulchronik haben ergeben, dass die Grafelder Wehr schon seit über hundert Jahren besteht. Zuerst als Bürgerwehr, dann als Pflichtwehr, und ab 1910 als Freiwillige Feuerwehr. Zurückverfolgen lässt sich das Geschehen in der Schulchronik bis ins Jahr 1870. In diesem Jahr wurde ein Spritzenhaus auf dem heutigen Feuerwehrplatz errichtet. Dieses Gebäude diente als Unterstellmöglichkeit für Löschgeräte der Feuerwehr.
1879 wurde dann die erste Feuerspritze gekauft, und zwar die alte Spritze der Gemeinde Berge für die Summe von 546,- Mark. Diese Pumpe wurde noch von 6 Mann per Hand bedient. Der erste noch bekannte Großbrand betraf 1910 das Anwesen von August Wencker, das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern nieder. 1911 gab es dann einen großen Moorbrand, der das ganze Jahr nicht gelöscht werden konnte.
1925 wurde dann die erste Feuerspritze mit Saug- und Duckschläuchen angeschafft. 1926 wurde August Sabelhaus Brandmeister in Grafeld. 1928 übernahm dann Wilhelm Rolfes dieses Amt. 1929 wütete ein großer Waldbrand bei Dühnen Gevermühle.
1934 begann dann die Ära des Brandmeisters August Wencker. Im selben Jahr brannte es bei Schmiedemeister Josef Schröer. Bis zum Jahre 1940 gab es mehrere Kleinbrände und jedes Jahr mindestens einen Moorbrand.
Im Jahre 1940 wurde ein neues Spritzenhaus bei Johanning - Wilbers errichtet ( steht heute noch ). Zwischenzeitlich wurde die Feuerspritze mit allen Geräten in einem Schuppen bei Pastorat untergebracht. 1942 wurde August Wencker zum Militärdienst eingezogen, und Wilhelm Rolfes übernahm wieder die Leitung der Freiwillige Feuerwehr Grafeld. Im gleichen Jahr brannte der Hof Johanning  -Wilbers bis auf die Grundmauern nieder. Während der Kriegszeit gab es auch Einsätze nach Bombenangriffen in den Nachbargemeinden.


1947 bekam die Grafelder Wehr die erste Motorspritze, 1948 das erste Motorfahrzeug, einen Austin aus Wehrmachtsbeständen. Als August Wencker 1951 aus der Gefangenschaft zurückkehrte, übernahm er sofort wieder die Leitung der Freiwilligen Feuerwehr.
1952 brannte dann der Hof von Wilhelm Greskamp ab. Im Winter 1957 brannte es auf dem Schmunkamp bei Triphaus. Es war so bitter kalt, dass das Wasser in den Schläuchen gefror.
1959 gab es dann einen großen Moorbrand von ca. 400 Hektar. Durch den großen Einsatz unserer Wehr und die Umsicht unseres Brandmeisters August Wencker konnte der Börsteler Wald gerettet werden. Hierfür bekam August Wencker das Verdienstkreuz II. Klasse verliehen.

Im Jahre 1960 erhielt die Grafelder Wehr ein neues Löschfahrzeug Marke Opel Blitz. Nach einem Kellerbrand im Jugendheim, gab es in den Jahren 1964  bis 1966 mehrere kleinere und größere Moorbrände. 1966 brannte das Anwesen von Ernst Timpe in Ohrthausen bis auf die Grundmauern nieder, 1967 Brand im Heuerhaus Sandhaus auf dem Sandhof, 1968 Brand durch Blitzschlag bei Helmut Behner - Knobbe an der Ohrter Straße.

Aufgrund seiner langjährigen Verdienste in der Freiwilligen Feuerwehr Grafeld, erhielt August Wencker 1970 das Feuerehrehrenkreuz in Gold.
1973 gab es wieder einen großen Moorbrand von ca. 500 Hektar.

1975 wurde Karl-Heinz Herrmann zum neuen Ortsbrandmeister gewählt, August Wencker war aus Altersgründen zurückgetreten. Aufgrund seiner 40 jährigen Dienstzeit wurde er von der Samtgemeinde zum Ehrenortsbrandmeister ernannt.

Im Februar 1976 erhielt die Feuerwehr Grafeld zur Bekämpfung der vielen Moorbrände ein Tanklöschfahrzeug Typ TLF-8s (es ist heute noch im Dienst). Wie wichtig dieses Fahrzeug für die Feuerwehr Grafeld war, zeigte sich bereits vom 6.7 bis 9.7.1976 beim verheerenden Brand im Grafelder Moor. Hierbei gab es auch eine Besonderheit, mit einem Griesen, aber dazu später etwas mehr.




In den Jahren 1977 und 1978 wurde das Feuerwehrgerätehaus am heutigen Feuerwehrplatz renoviert, es war bis zu Jahr 1972 noch als Grundschule genutzt worden. Ebenso wurden zwei Fachwerkscheunen auf dem Hamboll bei Hans Evers errichtet. Auf diesen „ Fuerboll“ fand dann an den Ostersonntagen ein großes Osterfeuer mit Kinderbelustigung  statt, für die Großen gab es aber auch was.

Im Frühjahr 1980 erhielt die Grafelder Wehr ein neues Löschgruppenfahrzeug Typ LF-8, welches bereits am Ostersonntag zum ersten großen Einsatz kam. Eine Verheerende Brandkatastrophe vernichtete das Wirtschaftsgebäude von Paul Fasthoff-Kühle. Im September wurde dann das Wohn- und Wirtschaftsgebäude von Wilhelm Stolte - Greskamp ein Raub der Flammen.

 Im Jahr 1981 feierte die Freiwillige Feuerwehr im Rahmen eines geselligen Kameradschaftsabend mit mehreren geladenen Gästen ihr 70 jähriges Bestehen. Gleichzeitig fand die Übergabe einer Feuerwehrmann-Plastik statt, die von Malermeister Alfons Apke und Heinz Heidemann als symbolhaftes Wahrzeichen für die „Männer im blauen Rock“ und ihre ständige Einsatzbereitschaft zum Wohle, der öffentlichen Sicherheit hergestellt worden war.

In den Jahren 1982 – 1989 gab es neben mehren Kleinbränden keine besonderen Vorkommnisse. Zu erwähnen ist der Neubau einer zweiten Garage, durch Eigenleistung im Jahr 1983.

Im Jahr 2000 gab es einen erneuten Wechsel in der Führung der Ortsfeuerwehr, Karl – Heinz Herrmann hörte nach 25 Jahren als OrtsBM in dieser Funktion auf. Reiner Berndsen wurde von den Mitgliedern als neuer OrtsBM gewählt.
Karl-Heinz Herrmann wurde auf Grund seiner Verdienste von der Samtgemeinde zum Ehrenortsbrandmeister ernannt, weiterhin erhielt für seine langjährige Tätigkeit das „Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber".

Im gleichen Jahr brannte eine Scheune bei Ernst Timpe in Rußland, die Polizei glaubte, schon nicht mehr in Deutschland zu sein.

Im Jahr 2003 wurde Andreas Triphaus als Nachfolger von Bernhard Schröer zum Stellvertretenden Ortsbrandmeister gewählt.
Im Jahr 2003 brannte bei Feldhaus in Rußland, eine Scheune und Lagerhalle, hier wurden die Einsatzkräfte durch die Feldküche Bippen versorgt.

Bei Brandeinsatz auf dem Hof Holtheide – Grotjohann, im August 2004 brannte eine Geräte- und Lagerhalle, hier verbrannte auch eine wertvolle Landauer Kutsche. Die Löschwasserversorgung erwies sich als sehr schwierig, mitten im Moor.
Im Jahr 2005 fand dann die erste Moorbrand Nachbesprechung nach 29 Jahren statt, es waren Kameraden der Altersabteilung,  FF - Grafeld, FF - Berge, FF - Bippen und FF - Bersenbrück mit dabei. Es wurden die alten Einsatzorte im Moor besichtigt, und so manche Erinnerung wurde wieder ins Leben gerufen (der Griese usw.).Seitdem ist dies ein fester Termin für die Altersabteilung, der genannten Wehren.
Im Juni 2006 gab es dann einen Großbrand bei Stolte - Greskamp, hier brannte die gesamte Stallanlage, Sauenstall und Aufzucht, für einen Großteil der Schweine und Ferkel kam leider jede Hilfe zu spät.
2007 - 2008 renovierten wir unser Feuerwehrhaus, Geräteraum, Werkstatt, es wurde eine kleine Küchenzeile eingebaut. Der alte Holzfußboden wurde  durch gefliesten Boden ersetzt, und die Toilette saniert.
Im März 2008 nach der Einweihung unserer renovierten Kirche, brannte das Wohnhaus von Franz Schröer. Hier war ein Großaufgebot von Feuerwehrkräften im Einsatz, leider wurde das Wohnhaus ein Raub der Flammen.
Im Juli 2009 mussten wir leider unser Löschgruppenfahrzeug LF - 8 abmelden, der TÜV hatte es nicht mehr abgenommen, und die Reparaturkosten waren zu hoch. Nun warten wir auf die Ersatzbeschaffung, die Gespräche laufen noch.
Einen erneuten Wechsel gab es zum Jahresbeginn 2010, Reiner Berndsen hatte in 2009 das Amt des Stellvertretenden Gemeindebrandmeisters übernommen, somit musste in Grafeld ein neuer Ortsbrandmeister gewählt werden. Die Mitglieder wählten Ulrich Plochg zum neuen Ortsbrandmeister.
Im Jubiläumsjahr sind in der Freiwillige Feuerwehr Grafeld 38 Kameraden in der Aktiven Abteilung, in der Altersabteilung sind 22 Kameraden dabei.

 
Im heutigen Kommando der FF - Grafeld sind folgende Kameraden tätig, und haben dadurch Verantwortung übernommen.
Ortsbrandmeister ( Chef )  Andreas Triphaus
Stellv. OrtsBM     ( Stellv. Chef ) Michael Middendorf
Schriftführer/Kassenwart Roland Triphaus
Atemschutzwart Florian Stolte-Greskamp
Gerätewart   Helmut Sabelhaus
Stellv. Gerätewart  Lars Middendorf
Sicherheitsbeauftragter Martin Johanning
Zeugwart Christian Timpe


Dies war ein kurzer Rückblick der letzten 100 Jahre, hiermit Ende ich mit den Worten:
„Gott zur Ehr, dem Nächste zur Wehr“

Berndsen, GemBM
 
 
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Datumsausgabe Update: 04.01.2019